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Idee des Kreislaufs

Der Kaffeehandel ist ein wichtiger Überlebensfaktor vieler Menschen in Äthiopien. Rund zwölf Mio. Äthiopier sind davon abhängig. Leider nutzen das viele große Firmen aus und drücken die Kaffeepreise stark, denn die Bäuerinnen und Bauern sind von den Firmen abhängig, solange es keine Alternative gibt. Wegen der harten Arbeit und den mangelnden Bildungsmöglichkeiten können viele Kinder nicht zur Schule gehen, aber auch viele Erwachsene können sich nicht fortbilden. Eine Folge ist, dass die meisten Menschen dort wenig Umweltbewusstsein haben. Es wird sehr viel unnötiger Müll produziert und giftige Abwässer werden direkt in Seen und Flüsse geleitet. Außerdem können heute immer noch über 40 % der Äthiopier weder lesen noch schreiben. 

Die Grundidee unseres Projektes ist es, einen Kreislauf aufzubauen, der die Menschen in Äthiopien mit unseren Kunden verbindet. Wir wollen, dass alle Beteiligten wirklich vom Kaffeehandel profitieren, auch die Bäuerinnen und Bauern. 

Deswegen kaufen wir unseren Kaffee von Kaffeeröstereien, die den Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis zahlen. Die Röster, die wir persönlich kennen, prüfen die Qualität der fertigen Bohne und zahlen einen entprechend hohen Preis dafür. Für diese Qualität ist es z. B. entscheidend, ob die Kaffeepflanze im Schatten anderer Bäume gewachsen ist. Dies setzt voraus, dass sie wild im Regenwald wachsen muss und nicht auf Monokulturen angebaut werden darf. 

Gleichzeitig wird dadurch der Regenwald geschützt, weil er gebraucht wird. Außerdem ermittelt der Röster den Kaffeepreis anhand der geleisteten Arbeit der Bäuerinnen und Bauern. Diese kann er ebenfalls am Geschmack der Bohne ermitteln, und zwar folgendermaßen:

Die Kaffeepflanze trägt gleichzeitig Blüten und unreife, reife sowie überreife Früchte. In der konventionellen Produktion werden alle Früchte - ob reif oder nicht - von den Zweigen gestreift. Wenn sich der Arbeiter aber viel Mühe gibt, geht er ungefähr acht mal in einer Ernteperiode zur Pflanze und pflückt von Hand nur die reifen Kirschen, was einen besonders guten Geschmack garantiert. 

Auf diese Weise gewährleisten wir nicht nur fair gehandelten, sondern auch geschmacklich sehr hochwertigen Kaffee.

Außerdem kämpfen wir mit unserer Firma gegen das Problem der mangelnden Bildung an, weil wir glauben, dass nur Bildung einem Entwicklungsstaat wie Äthiopien langfristig weiterhelfen kann. Einerseits haben die Bauern jetzt durch die fairen Preise mehr Geld, um sich Bildung leisten zu können. Andererseits unterstützen wir mit unserem Erlös eine Waldorfeinrichtung in Äthiopien (siehe auch "Waldorfschule Äthiopien"). Um noch mehr Geld nach Äthiopien geben zu können, arbeiten wir alle ehrenamtlich und zahlen keine Löhne an uns aus. So haben wir bis jetzt über 3400 Euro Umsatz erwirtschaftet. Wir selbst profitieren dadurch, dass wir beim Arbeiten sehr viel lernen.